DIGITAL CONSULTING: WAS HABEN BERATUNGEN UND DIGITALAGENTUREN GEMEINSAM?

Sie stoßen an die Grenzen ihrer Geschäftsmodelle.

Wir blicken auf zwei Berufssparten, die unabhängig voneinander seit Jahren viel Geld dadurch verdienen, dass sie ihre Kunden vom steten Wandel der Geschäftswelt überzeugen. Ein neuer Konsumententrend und eine neue Medienkampagne hier; ein Strategiewechsel und eine kostenoptimierende Prozessoptimierung dort. Die Botschaft an den Kunden: Wer rastet, der rostet. Doch mittlerweile stellen Creative Director und Senior Partner gleichermaßen fest, dass dieselben Mechanismen, die schon in anderen Branchen zu Umbrüchen geführt haben, auch für sie gelten.

GRENZEN DER KREATIVEN

Bei Kunden, die, in umkämpften Märkten international positioniert, mit globalen Fragestellungen konfrontiert werden, reicht die Entwicklung von schicken Produktfilmen und verspielten mobilen Applikationen häufig nicht mehr aus. Dem IT-affinen Creative Director werden andere Fragen gestellt: Inwiefern beeinflusst die neue Interaktion mit meinem Kunden meine operativen Geschäftsprozesse? Was bedeuten Mobile Business, Social Media und Business Analytics für die Entwicklung meiner strategischen Ausrichtung? Wie wirkt sich meine neue Omni-Kanal-Strategie auf Kosten- und Erlösstruktur und alle anderen Bausteine meines Geschäftsmodells aus? Beim Rückgriff auf Erfahrungswerte stößt der Kreative an die Grenzen seiner Sprachfähigkeit.

BARRIEREN FÜR BERATER

Insbesondere dem Senior Partner werden andere Fragen gestellt, wenn die digitale Strategie einmal erarbeitet wurde: Welche digitalen Lösungen können mich gezielt dabei stärken, ein Vorreiter in der Digitalisierung zu werden, um mir ein Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten? Wie stelle ich die nachhaltige Umsetzung von immer individuelleren Produkten und Dienstleistungen sicher? Wie entwickle ich meine IT weiter, um mit einer serviceorientierten Applikationsarchitektur ein zeitgemäßes Produktportfolio am Markt erfolgreich platzieren zu können?

Mit neuen Problemstellungen kommen auch neue Lösungslieferanten ins Spiel – dem klassischen Unternehmensberater fehlt es an dieser Stelle an Knowhow.

DIGITAL CONSULTING

Der Schulterschluss zwischen diesen beiden externen Ressourcen liegt nahe. Zu groß ist häufig die Herausforderung des Kunden, die Digitalisierung zu meistern, und zu stark ist sein Interesse, so viel Expertise wie möglich aus einer Hand einzukaufen. Diese Synthese aus rechter und linker Gehirnhälfte wurde naheliegend Digital Consultant getauft.

Beim Blick auf das Leistungsportfolio dieser neuen Player am Markt drängt sich der Eindruck auf, dass das beschriebene Gesamtbedürfnis des Kunden einer ganzheitlichen Geschäftsmodelltransformation zumeist mehr schlecht als recht erfasst wird. Der berühmte kanadische Hockey-Spieler Wayne Gretzky gab einmal das Geheimnis seines Erfolges preis: „Ich skate dahin, wo der Puck sein wird, nicht dahin, wo er gewesen ist.“ Online Marketing, SEO und ein neues Webdesign bedienen ohne Frage vorhandenen Bedarf, sind aber lediglich ein neuer Dialekt des Creative Directors einer Werbeagentur und kein Digital Consulting. Wer wirklich dahin skaten möchte, wo der Puck sein wird, muss die ausgefahrenen Eisspuren verlassen.

KOMPETENZ DURCH KOOPERATION

Durch die Kooperation von Unternehmensberatungen und Digitalagenturen können sich Teams formen, die aus digitalen Ingenieuren und Management Consultants bestehen. Besonderer Wert sollte darauf gelegt werden, dass rein konzeptorientierte Leistungen, die trotz des kaum vorhandenen Mehrwerts für den Kunden weit verbreitet sind, nicht im Fokus stehen. Die kollaborative und umsetzungsorientierte Arbeit sollte da beginnen, wo viele aufhören: bei der Kreation und Programmierung von digitalen Lösungen.

Während die IT-Spezialisten an digitalen Wertschöpfungsmodellen, integrierten Web- und Social Solutions oder an maßgeschneiderten App-Plattformen arbeiten, sitzen die Berater mit am Tisch und fungieren als Dolmetscher, weil sie das unternehmensstrategische Verständnis sicherstellen. Dieser begleitende Blick für das Organisationsdesign und operative Geschäft wird durch die Definition von relevanten KPI-Netzwerken und die Implementierung von Tracking-Tools geschärft. Die Arbeit geht also über die Umsetzung von digitalen Lösungen hinaus: Wie werden sich meine Arbeitsabläufe verändern? Inwiefern bedarf es eines interdisziplinär gesteuerten Schnittstellenmanagements? Was bedeuten die digitalen Gehversuche für die Kompetenzen meiner Mitarbeiter und Aufgabengebiete meiner Führungskräfte? Wie gelingt es mir meine Belegschaft mitzunehmen?

Wer als Unternehmen seine Konkurrenten im Rennen um die Digitalisierung einmal aus dem Rückspiegel betrachten möchte, muss den Einsatz von externen Ressourcen neu denken. Wer als Unternehmensberatung oder Digitalagentur die Probleme des Kunden nachhaltig lösen möchte, muss sein Geschäftsmodell neu denken – wer dann das Beste aus zwei Welten verbindet, bietet echten Mehrwert: Ein Projekt-Team der Digital Consultants konzeptioniert maßgeschneiderte Ideen, setzt digitale Lösungen interdisziplinär um und stellt die organisatorische Implementierung nachhaltig sicher. Was haben Unternehmensberatungen und Digitalagenturen dann gemeinsam?

Sie sitzen mit dem Kunden an einem Tisch.

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