„INTERAKTIVE ANWENDUNGEN SETZEN SICH DURCH“ – EXPERTENINTERVIEW MIT SEBASTIAN NEUBACHER, HEAD OF FILM, VFX AND MIXED REALTIY BEI RECORDBAY

Interaktive Installationen werden durch die Einbindung von Multi-Touchscreens erweitert.

Mit digitalen Präsentationen lassen sich Produkte inszenieren und erklären. Das Konzept ist nicht neu, die technischen Möglichkeiten entwickeln sich jedoch rasant. Die immensen Einsatzmöglichkeiten interaktiver Module bieten große Chancen für Unternehmen, sich als digitale Pioniere zu profilieren. Auf Messen oder am POS können Anwender mithilfe von Multitouch-Displays Produkte aus völlig neuen Blickwinkeln entdecken und Inhalte selber steuern. Sebastian Neubacher erklärt im Interview, wie das geht.  

In leitender Position zuständig für die Themen Film, VFX und Mixed Reality bei RECORDBAY: Sebastian Neubacher.
Sebastian Neubacher, Head of Film, VFX and Mixed Reality bei RECORDBAY.

Sebastian, Du bist Fachmann für digitale Medien. Was kann man mit Multitouch-Displays machen?

Neubacher: Bei Multitouch-Displays oder -Modulen können Anwender Computer durch Berührung steuern. Das funktioniert ähnlich wie bei Smartphones. Diese interaktiven Module sind state-of-the-art bei Präsentationen, da die Technik immer neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet. Multitouch-Displays gibt es für Wände, den Boden oder auf Tischen in allen Größen. Die Anwender können zum Beispiel auf einem Bildschirm 3D-Modelle drehen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, Bilder groß oder klein ziehen, Videos starten, mit einem Konfigurator bei Autos Farben und Formen verändern, Licht im Raum steuern oder einen Röntgenblick in den menschlichen Körper werfen – die Möglichkeiten sind unendlich. Es ist ein Zusammenspiel von Bildschirmen, Sensoren, Software und Inhalten wie Text, Bild, Video, 3D, Augmented und Virtual Reality. Für Unternehmen bieten die Anwendungen die Möglichkeit, ihre Produkte aufmerksamkeitsstark und nachhaltig in Szene zu setzen, denn Erlebnisse bleiben im Gedächtnis.

Da kommt also viel Technologie zum Einsatz. Wie gelingt euch die Balance zwischen atemberaubendem Effektgewitter und inhaltlicher Aussagekraft?

Neubacher: Indem wir uns erst auf die Idee konzentrieren, die Story, und daraus dann die passende technische Lösung ableiten. Die Geschichte und Interaktion sichern die nachhaltige Wirkung bei der Zielgruppe, die Effekte sind sozusagen der Door-Opener, Hingucker, tragen jedoch auch zur Erklärung bei. Zum Beispiel haben wir für die Live-Präsentation des neuen Mazda6 Kombi Facelift auf dem Genfer Autosalon mittels einer fahrbaren Screen-Säule 3D-Animationen und Augmented Reality xRay-Effekte für Einblicke in technische Details und die Hervorhebung von innovativen Design-Elementen gesorgt. Hierfür haben wir die interaktive Lösung konzipiert und umgesetzt, dabei innovative Hardware genutzt, eigene Software programmiert und so eine moderne Präsentation geschaffen. Ziel ist, Wissen mit Spaß zu vermitteln und Innovationskraft zu demonstrieren.

Große Brands und Firmen können sich mit ihrer Finanzkraft interaktive Präsentationen mit vielen Effekten leisten. Wie kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen da mithalten?

Neubacher: Eine interaktive Präsentation ist in etwa so aufwendig wie eine Filmproduktion: Die reine Produktionszeit dauert circa ein bis zwei Wochen. Bei RECORDBAY haben wir das Equipment und das Know-how, um die meisten Produktionen Inhouse zu machen. Wir müssen also keine Studios anmieten. Zudem entwickeln wir die Lösungen auf Basis der Spezialsoftware Ventuz. Die Kunden müssen keine eigene Softwarelizenz erwerben. Für Messen wird die Hardware – also Screens, Rechner und Sensoren – geliehen. Für dauerhafte Installationen in einem Showroom oder den Eingangsbereich des Unternehmens lohnt sich der Kauf. Auch verwenden wir, wenn es passt, bestehendes Content-Material wie Filme oder Bilder und integrieren sie in das neue, interaktive Präsentationsformat. Alles in allem sind die Präsentationen in Größe und Umfang sehr variabel. Um Innovationen bei einer großen Maschine vorzustellen, die man nicht einfach auf einem Messestand aufbauen kann, haben wir Kunden durch eine Explosionsanimation [Animation, die einzelne Bestandteile voneinander ablöst, Anm. d. Red.] auf eindrucksvolle Art mit der digitalen Darstellung der Maschine interagieren lassen, damit sie zum Beispiel ihre einzelnen Bestandteile betrachten konnten. Um die Präsentation auch nach dem Event potentiellen Kunden zugänglich zu machen, können wir die Messe-Präsentation für den Vertrieb für andere Devices adaptieren.  

Der Content einer interaktiven Präsentation oder Installation kann also für andere Anwendungen eingesetzt und weiter verwertet werden?

Neubacher: Auf jeden Fall! Die infrastrukturelle Vernetzung der Technik ermöglicht, dass die Inhalte auf Messen gezeigt sowie für den Vertrieb oder Verbraucher genutzt werden können. Eine umfangreiche Messe-Präsentation können wir für mobile Anwendungen wie Tabletts zielgruppengerecht modifizieren. User Führung und Experience gehen dabei nicht verloren. Wir achten darauf, dass jede Anwendung klar und einfach zu bedienen ist, dabei zeitgemäß und gut aussieht.

Bei digitalen Langzeit-Präsentationen oder Installationen am Point of Sale müssen die Inhalte und Systeme aktuell gehalten werden. Welche Lösungen bieten sich da an?

Neubacher: Wir nutzen ein Content Management System (CMS), mit dem die Inhalte in Echtzeit aktualisiert werden können – ganz gleich ob auf Messen oder am POS in mehreren Stores. Der Kunde kann selbst Aktualisierungen vornehmen oder neue Inhalte integrieren. Damit ermöglichen wir schlanke und kostengünstige Prozesse. Wenn der Kunde die Manpower dafür nicht hat, können wir die Updates machen, neue Funktionen installieren und von der Agentur aus überprüfen, ob alles gut läuft. Gerade bei Langzeitinstallationen ist die Stabilität entscheidend. Alles muss immer laufen! Und das tut es. Wir setzen das System Ventuz für die Touch Interaktion ein und haben die Gewissheit, dass die Software reibungslos funktioniert und keine Bugs auftauchen – das auch bei Live-Events wie 24/7-Installationen rund um die Uhr.

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