INTERVIEW: JANE GERLING – GESCHÄFTSFÜHRERIN DER KUMUKAN GMBH

Jane Gerling ist Geschäftsführerin der Kumukan GmbH. Das Startup hat sich mit seiner innovativen App manualONE das Ziel gesetzt, den Zettelkrieg um Betriebsanleitungen und Garantiescheine zu beenden und sie alle in einer App zu bündeln. manualONE zeigt, wie man schnell und unkompliziert mehr aus seinen Lieblingsgeräten herausholt: von der Erstinstallation bis zur Nutzung für Profis. Wir haben mit Jane über ihre Erfahrungen gesprochen.

Hallo Jane. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser Interview nimmst. Fangen wir doch mit einem kleinen Rückblick an: Wie ist die Idee für manualONE entstanden?

Wir sind über die Tatsache gestolpert, dass in dieser digitalisierten Zeit Bedienungsanleitungen immer noch auf Papier gedruckt werden. So entstand die Idee, endlich mal eine praktische App zu entwickeln, die alle relevanten Infos auf einen Blick liefert. Außerdem ist überall von “Smart Home” und intelligenter Technik die Rede, aber wir scheitern schon daran, unsere hochentwickelte Digitalkamera außerhalb des Automatikmodus zu bedienen. manualONE möchte Schluss mit dem Sammelsurium an Handbüchern und Belegen machen und dem Nutzer sein Gerät und dessen Funktionsumfang näherbringen.

Was hat dich dazu bewogen, als CEO bei manualONE einzusteigen?

Ich wollte schon immer mal eine meiner Ideen realisieren und es mit einem eigenen Startup versuchen. In meinem alten Job hatte ich außerdem das große Glück, einen Chef zu haben, der mich immer unterstützt und gefördert hat. Er ließ mich neben meinen regulären Aufgaben, eine Adventskalender-App für den Konzern entwickeln. So bin ich auf den Geschmack gekommen. Als sich dann die Gelegenheit mit manualONE bot, habe ich keinen Moment gezögert – und so bin ich jetzt in der Geschäftsführung.

Wie lange habt ihr gebraucht von der Initialen Idee über die Unternehmensgründung bis hin zur fertigen App? Was waren die wichtigsten Schritte und was waren die größten Herausforderungen?

Gegründet haben wir unser Startup im Frühjahr 2014. Über ein Jahr lang haben wir dann an manualONE gearbeitet. Es war eine Herkulesaufgabe 1,8 Mio Geräte „mal eben“ aufzuarbeiten und das Ganze in ein ansprechendes App-Design zu packen und es hat dann auch etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als erhofft. Der erste große Meilenstein war sicherlich unser Launch im Mai 2015. manualONE wurde auf dem Markt seitdem gut angenommen und wir haben sehr viel hilfreiches Feedback von unseren Nutzern bekommen. Das hilft uns nun dabei, unsere App kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Was waren in dieser Zeit deine Key Learnings? Gab es etwas, das dich überrascht hat, das besonders herausfordernd oder leicht oder einfach nur anders war als erwartet?

Key Learnings gibt es einige, wenn Du Dich aus einem Konzernumfeld herausbegibst und Dich auf das Abenteuer Startup einlässt. Bei manualONE arbeiten wir nach dem Lean Startup Prinzip, d.h. wir können Ideen direkt ausprobieren und umsetzen. Und wenn etwas nicht funktioniert, dann wird es kurzerhand anders gemacht. Ich trage mit meinen Mitgründern Markus Schorn und Sascha Fassmann jetzt die komplette Verantwortung. Meine Entscheidungen wirken sich somit auch direkt auf das Produkt und unser Team aus – daran musste ich mich erst einmal gewöhnen.

Wie erreicht ihr eure Zielgruppe?

Wir haben in der Anfangsphase vor allem auf PR gesetzt. Als Startup hat man schließlich nicht das Budget für große Marketingkampagnen und Billboardanzeigen. Deshalb waren wir bereits in der Beta-Phase viel auf Pitch Events unterwegs. Zum einen haben wir bei diesen Veranstaltungen erstes Live-Feedback erhalten. Zum anderen sind wir damit quasi automatisch in der Presse gelandet. Facebook Kampagnen und kleinere Mediakooperationen haben wir natürlich auch schon geschaltet, und hiermit werden wir auch in Zukunft noch weitermachen.

Was ist in Bezug auf die weitere Entwicklung euer derzeitiger Fokus?

Unsere To Do-Liste ist lang und momentan arbeiten wir vor allem daran, neben der Smartphone-App und Webanwendung auch eine optimierte Version fürs Tablet fertigzustellen. Erstaunlich oft haben sich dies Nutzer nämlich gewünscht. Danach geht es dann nahtlos weiter mit der Entwicklung weiterer Funktionalitäten für manualONE.

Was ist deine Vorstellung von Erfolg für manualONE? Wann sagst du, wir sind erfolgreich?

Gute Frage. Ich glaube, da wird es mehrere Augenblicke geben. Derzeit zum Beispiel, wenn wir eine bestimmte Downloadzahl erreicht haben. Perspektivisch natürlich, wenn wir es schaffen schwarze Zahlen zu schreiben und komplett auf eigenen Beinen zu stehen. Erfolg bedeutet in diesem Fall für mich, eine Art Bestätigung dafür zu bekommen, dass wir die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt haben.

Wo siehst du manualONE in fünf Jahren?

Die klassische 5-Jahres-Frage ist für ein Startup eine Ewigkeit! Aber gut, auch wir haben natürlich einen Businessplan am Anfang erstellt: Sobald wir uns im kompletten deutschsprachigen Raum mit manualONE etabliert haben, möchten wir auch in andere europäische Länder und nach Nordamerika gehen. Schließlich löst unsere App in allen Haushalten dieser Welt dieselben Probleme: wie ich meine Waschmaschine richtig entkalke und was das rote Lämpchen mir am Drucker sagt – die Antworten sind in Berlin, Rom oder New York schließlich identisch!

Recordbay entwickelte gemeinsam mit Kumukan die vollständige User Journey und gestaltete das Design inkl. Adaptionen für die Formate iOS, Android und Web. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?